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Evaluierung von Stillproblemen bei einem Zungenbändchen


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Evaluierung von Stillproblemen bei einem Zungenbändchen

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+ + Dieser Artikel stammt aus der Fachzeitschrift Neonatologie Scan + + 

Misserfolg beim Stillen stellt ein häufiges Problem auf Wochenstationen dar. Die Rolle eines Zungenbändchens bzw. einer Ankyloglossie als Stillhindernis wird in der wissenschaftlichen Literatur und im klinischen Alltag kontrovers diskutiert. Eine richtige Diagnose und zeitnahe Therapie können Müttern und Neugeborenen größere Stillprobleme ersparen. Daher sollte dieses relevante und behandelbare Stillhindernis in den Geburtskliniken und pädiatrischen Vorsorgeuntersuchungen berücksichtigt werden.

Kernaussagen:

  • Eine Ankyloglossie bezeichnet eine angeborene Entwicklungsstörung der Zunge, bei der ein zu straffes oder zu kurzes Zungenbändchen die Zunge am Mundboden fixiert. Dieses setzt häufig zu weit vorne an der Zungenspitze und an der Zahnleiste an und behindert so die Beweglichkeit der Zunge.
     
  • Stillprobleme werden häufig durch ein gestörtes Saugverhalten des Neugeborenen verursacht. Eine eingeschränkte Zungenbeweglichkeit kann den korrekten Saugmechanismus behindern.
     
  • Eine Ankyloglossie ist ein relevanter, behandelbarer Risikofaktor für ein nicht erfolgreiches Stillen und sollte daher als solcher berücksichtigt werden.
     
  • Zur Bewertung der Ankyloglossie kann der ATLFF-Score mit besonderer Berücksichtigung der Zungenfunktion empfohlen werden. Eine Gesamtpunktzahl des ATLFF-Funktions-Scores  <  11 Punkte sowie eine pathologische Peristaltik der Zunge sprechen dabei für eine relevante Funktionsstörung.
     
  • Neben dem Zungenbändchen-spezifischen ATLFF-Score spielen auch weitere Risikofaktoren wie die fehlende Stillerfahrung, Untergewicht oder Frühgeburtlichkeit des Neugeborenen eine wichtige Rolle bei ausbleibendem Stillerfolg. Diese Faktoren sollten daher in den pädiatrischen Vorsorgeuntersuchungen ebenso erfasst werden.
     
  • Eine Stillberatung sollte als erste und wichtigste Maßnahme bereits bei Vorliegen von Risikofaktoren eingeleitet werden.
     
  • Bei einer Ankyloglossie mit relevanter Einschränkung der Zungenbeweglichkeit und Stillproblemen sollte eine Frenulotomie indiziert werden. Diese stellt bei qualifizierter Durchführung eine einfache, sichere und erfolgreiche Therapie dar.
     

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bearbeitet von Georg Thieme Verlag
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